Geschichte des Landgasthofs Wolfsgrund

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Geschichte des Landgasthofs Wolfsgrund

Geschichte des Ortes Wolfsgrund

Es wird bis heute spekuliert, wie wohl dieses idyllische Örtchen zu seinem Namen kam. Nahe liegend wäre die Vermutung, dass wohl früher in den umliegenden Wäldern Wölfe gelebt haben. Die zweite Vermutung und wahrscheinlich auch die geläufigere ist jene, dass die Namensentstehung von Wolfsgrund aus der Bergbaugeschichte des Ortes stammen musste.

Die ersten Aufzeichnungen über Eisensteingruben beim Wolfsgrund sind aus dem Jahr 1439 bekannt. Es existierten damals zahlreiche Standorte von Kauen, kleine Spitzhütten die zur Förderung des Eisensteines ans Tageslicht dienten.

Historisches Wolfsgrund

Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1449, man schrieb den Ortsnamen bereits wie den heutigen. Kirchlich ist Wolfsgrund seit der Reformation 1539 nach Dorfchemnitz gepfarrt.

Die frühesten bergmännischen Ansiedlungen sollen sich nahe dem am Chemnitzbach gelegenen Hirschteich befunden haben. Hier sollen auch kleine Hammerwerke mit Schmelzöfen bestanden haben. Diese dienten zur Trennung, Verhüttung und Bearbeitung des gewonnenen Eisensteines. Der Wolfsgrunder Bach lieferte das erforderliche Wasser. Der Ortsname stammt daher möglicherweise von den hier eingesetzten Schmelzöfen, sie trugen die Bezeichnung „Wolfsöfen“.

Durch die Ausbreitung des Bergbaus, Holzfällungen und die Errichtung von Holzkohlemeilern verlagerte sich Wolfsgrund nach und nach bachaufwärts. Der „neue“ Wolfsgrund ist seit 1475 bekannt und entspricht etwa der geografischen Lage der heutigen Ansiedlung.

Eine weitere Besonderheit im Wolfsgrund ist das etwas mildere Klima. Geschützt durch Berge und Wälder auf beiden Seiten, wurde bereits um 1750 der Hopfenanbau in Wolfsgrund erwähnt. Neben den Kumpel lebten auch Melzer und Brauer in Wolfsgrund. Ebenfalls sehr früh erwähnt wurde der Obstanbau und Anbau von Strunkkrautpflanzen, die nur in Wolfsgrund gedeihten. Auch Erdbeeren auf extra dafür angelegten Plantagen wuchsen prächtig.Heute noch kommen im Frühjahr viele Wanderer nach Wolfsgrund um die herrliche Pracht der vielen Kirschblüten zu bewundern.

Historisches Wolfsgrund

Bevor Wolfsgrund ein eigenes Gasthaus besaß, lag das limitierte Schankrecht ausschließlich beim jeweiligen Ortsrichter. Etwa um 1800 entstand eine erste Schänke mit Tanzboden, Bühne und einer überdachten Kegelbahn. Diese Schänke war bis 1900 in Betrieb. Bereits Früher war der alte Gasthof ein beliebtes Ausflugsziel. In Gemeindebüchern wurden des öfteren Briefe der Bauern erwähnt, die sich über Gäste aus umliegenden Gemeinden empörten, weil Sie auf dem Weg zum Gasthof quer durch ihre Getreidefelder liefen. Am 1. Juli 1897 erhielt Wolfsgrund einen Eisenbahnanschluss an der östlich im Tal des Chemnitzbach verlaufenden Schmalspurbahn von Mulda nach Sayda. Am 18. Juli 1966 wurde der Betrieb eingestellt, die Strecke später rückgebaut. Am 1. Juli 1950 wurde Wolfsgrund nach Dorfchemnitz eingemeindet.

Historisches Wolfsgrund

Vorstellung des Landgasthof Wolfsgrund Der jetzige Landgasthof Wolfsgrund mit Saal und Bühne wurde in der Zeit von 1900 bis 1901 vom Zimmermann Emil Berger erbaut. Auch der Lindengarten mit einer überdachten Bühne und Terrasse wurde damals angelegt.

Bereits zu dieser Zeit war Wolfsgrund ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Die traditionellen Kirschblütenbälle bei Anna Schwarz sind vielen der älteren Gäste auch heute noch ein Begriff. Wir möchten diese alte Traditionen weiterführen und mit neuen Ideen verknüpfen.

Nach 1960 wurde das Gebäude als Betriebsferienheim genutzt und teilweise umgebaut. Eine Baracke im Innenhof entstand als Kinderferienlager. 1999 wurde das Gebäude letztmalig umgebaut, 2013 bis 2016 saniert sowie modernisiert und in den heutigen Zustand versetzt.

Historisches Wolfsgrund Heute verfügt der Landgasthof über 6 Doppelzimmer, teilweise mit Aufbettungs-Möglichkeiten und 1 Einzelzimmer. Des weiteren befinden sich im Haus ein A-La-Karte-Restaurant sowie ein sehr schöner Saal. Auf dem Grundstück befindet sich zusätzlich eine urige Festscheune. Aus dem ehemaligen Flachbau des Kinderferienlagers wurde ein großer Freisitz errichtet, welcher für die Durchführung größerer Veranstaltungen genutzt wird.